Psychologische Beratung

 

Wird zur Förderung psychischer Kompetenz und Handlungskompetenz (Veränderung von Denk-, Gefühls und Handlungsmustern), zur Aktivierung vorhandener und Erschließung neuer Ressourcen, zum Abbau störender Faktoren etc. herangezogen.

Psychologische Beratung umfasst zahlreiche Themen des Lebens wie z. B. Kommunikation, Motivation, Resilienz, Persönlichkeitsentwicklung, Familie, Stress und Burnout, Mobbing, Sexualität u. v. m.

Beratung:

Beratung hat zwei Seiten – ein Prozess, in dem Hilfe gesucht und gegeben wird. Ziel der Beratung ist es, einer Person, Gruppe, Organisation oder einem größeren System zu helfen, die für die Auseinandersetzung mit Problemen und Veränderungsbemühungen erforderlichen inneren und äußeren Kräfte zu mobilisieren (zit. n. Beratung als Prozess, 2015, S. 3).

 

Der wachsende Bedarf an Hilfe

Zahlreiche Zukunftsforscher haben darauf hingewiesen, dass das erhöhte Maß an Veränderung eine größere Komplexität der zu lösenden Probleme zur Folge hat und dadurch ein wachsender Bedarf nach der Verbindung verschiedener Disziplinen, Wissensressourcen und Erfahrungen entsteht. Der Bedarf an einer stärkeren Mobilisierung von Problemlösungskompetenz ist verknüpft mit folgenden Trends, die sich wiederum auf den Zuwachs an Beratungsressourcen und deren Weiterentwicklung auswirken:

 

1. Technologischer Fortschritt. Ein beherrschender Trend ist das schnelle Tempo der technologischen Entwicklung und der sich daraus ergebende Einfluss auf die Lebensweise, die soziale Organisation der Unternehmen und die politischen und wirtschaftlichen Systeme der Gemeinschaft, des Staates und der Nation. Es entstehen zunehmend komplexe Interdependenz-, Wohlfahrts-, Bildungs-, Führungs- und Entscheidungsprobleme. Damit wächst auch die Notwendigkeit für Personen und Gruppen zusammenzuarbeiten, Hilfe zu suchen und zu geben und sich gegenseitig zu unterstützen. Aber die Motivationen und Fähigkeiten der Leute nehmen im Vergleich zu diesem gestiegenen Bedarf an Hilfe und der Zunahme des Wissens über Problemlösungen, neue Ressourcen und gemeinsame Anstrengungen viel zu langsam zu.

 

2. Verschwendung menschlicher Ressourcen. Den Menschen wird immer deutlicher bewusst, dass die Ressourcen von ethnischen Minderheiten, Frauen, Kindern und Jugendlichen, von Behinderten, älteren Menschen, Arbeitslosen und Unausgebildeten ungenutzt und unterentwickelt sind bzw. sogar verschwendet werden. Dies ist eine große Herausforderung

für professionelle wie auch für freiwillige Helfer.

 

3. Brachliegende Beratungsfähigkeiten von Mitarbeitern. Man hat festgestellt, dass viele Mitarbeiter, sei es im Managementbereich oder außerhalb, Fähigkeiten als Berater, Coach, Lehrer bzw. Trainer haben, die brachliegen. Diese Personen werden nun gesucht, rekrutiert und ausgebildet, damit sie einen Teil ihrer Zeit innerhalb des Ausbildungsteams, des Pools von Gruppenmoderatoren und als interne Berater in ihrer Organisation fungieren können. Diese innovativen Maßnahmen haben den Bestand an Beratern erhöht.

 

4. Freizeit. Immer mehr Menschen bleibt neben den Anforderungen des Geldverdienens und der Organisierung ihres Alltags eine gewisse Freizeit. Diese Zeit steht für freiwillige, der Entwicklung des Menschen dienende, kreative Aktivitäten zur Verfügung. Die Qualität des Gemeinschaftslebens und die individuelle Lebensqualität könnten verbessert werden, wenn zwischenmenschliche Hilfeleistung und Unterstützung höher geachtet und regelrecht gelernt würden. „Gutes nachbarschaftliches Verhalten“ könnte zu einer lohnenden Aufgabe werden und zu einer Neubelebung der Demokratie führen.

 

Eine Folge dieser vier Trends ist die Tatsache, dass das Bedürfnis nach Hilfe schneller wächst als die Vorbereitung professioneller Helfer – Berater, Trainer, Lehrer. Der Bedarf an freiwilligen und halbprofessionellen Helfern wird also weiterhin sehr schnell zunehmen. Besonders wichtig ist es daher, freiwillige Helfer zu rekrutieren und in den Fähigkeiten des Helfens auszubilden, sowie Profis und Freiwillige in Beratungsteams zusammenzufassen (zit. n. Beratung als Prozess, 2015, S. 5ff).

 

Definition des Coachings (zwei Versuche)

Coaching ist eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit eines Prozessberaters mit einem gesunden Klienten. Der Klient beauftragt den Berater, ihm behilflich zu sein: bei einer Standortbestimmung, der Schärfung von Zielen oder Visionen sowie beim Entwickeln von Problemlösungs- und Umsetzungsstrategien oder bei dem gezielten Ausbau von Kompetenzen und oder der verantwortungsvollen Steigerung von Leistungen: Die Klienten sollen durch die gemeinsame Arbeit an Klarheit, Handlungs-, Leistungs- und Bewältigungskompetenz gewinnen. Langfristig soll dies zu einer besseren Lebensqualität und Übereinstimmung von Werten und Lebenswirklichkeit des Klienten führen. Coaching ist eine handlungs- und ergebnisorientierte Interaktion.

 

Business-Coaching ist die individuelle vorwiegend prozessorientierte Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktionen in Organisationen.

Dazu gehört auch die Beratung von Selbstständigen und Experten. Hierbei geht es um die auftrags- und zielgebundene Entfaltung individueller mentaler und sozialer Schlüsselkompetenzen und konkreter Strategien zur Erfolgsverbesserung.

 

Was macht ein Coach? Ein Coach gibt Feedback, regt zu Perspektivenwechsel an, bringt Metaperspektiven ins Spiel, verbindet Emotionen, innere Bilder, Gedanken, hilft zu strukturieren,…und eröffnet dem Klienten neue Handlungsoptionen und fördert deren Umsetzung. Die Arbeit kann sich auf verschiedene Lebensbereiche erstrecken: Beruf, Karriere, Führung, Partnerschaft, Familie, Sport, Lebensgestaltung, Spiritualität und anderes.

 

Gelegentlich wird von Business- oder Executive-Coaching gesprochen, wenn die Themen sich eher um die berufliche Rolle, Führung und die Karriere bewegen. Auf der anderen Seite spricht man oft von Personal Coaching, Life-Coaching oder psychologischer Beratung, wenn die Themen der Beratung auch oder eher Partnerschaft, Familie, Life-Balance und Ähnliches umfassen (zit. n. Handbuch Coaching und Beratung, 2005, S. 30).

 

Was ist systemische Beratung?

Viele Berater und Therapeuten berufen sich auf systemisches Gedankengut (griech. systema = das Zusammengesetzte). Fragt man diese Praktiker jedoch, was systemische Beratung ausmacht, bekommt man häufig Allerweltsantworten: „In der systemischen Beratung wird auch das System berücksichtigt.“ Andere Berater sagen: „Ich kombiniere verschiedene Gesichtspunkte und Methoden, um mich einem Problem ganzheitlich zu nähern.“ Solche Definitionen sind weder präzise noch umfassend.

 

Die Wurzeln der systemischen Beratung und Therapie liegen im Gegensatz zu anderen Beratungsformen weder bei einer Gründerpersönlichkeit noch im historischen Entwurf eines einheitlichen Theoriegebildes. Es handelt sich um eine theoriegeleitete Erfahrungswissenschaft, die sich in permanenter Weiterentwicklung befindet. Wesentliche Einflüsse dieser Beratungsform stammen aus der Systemwissenschaft und Kybernetik sowie der Informations- und Kommunikationstheorie.

 

Grundlegende Elemente systemischer Beratungen sind Konzepte, die sich mit sich selbst erhaltenden Prozessen und mit der Störung solcher zirkulärer Prozesse beschäftigen. Die systemische Theorie wurzelt auch im Ideengut der humanistischen Psychologie (Psychodrama, Gestalttherapie, klientenzentrierte Verfahren).

Daher berufen sich systemische Berater häufig auf humanistische Konzepte und umgekehrt (zit. n. Handbuch Coaching und Beratung, 2005, S. 497).

 

Gregory Bateson ging davon aus, dass die Aufmerksamkeit in der Veränderungsarbeit nicht auf einen einzelnen Faktor oder eine einzelne Person gerichtet werden sollte, sondern auf das jeweilige soziale System (Team, Abteilung, Familie). Die entscheidenden Faktoren innerhalb des Systems seien nicht einzelne Kommunikationsereignisse, sondern die im System handelnden Personen.

Die Zirkularität sozialer Systeme leitete er aus technischen Regelkreisen ab, wobei er als Metapher beispielsweise mechanische Abläufe in einem Verbrennungsmotor nutzte, die sich gegenseitig regulieren. Diesen mechanistischen zirkulären Systembegriff hat er in der Anwendung auf soziale Systeme jedoch verändert oder modifiziert:

 

  • Elemente des Systems sind immer die handelnden Personen innerhalb des Systems.

  • Diese Personen reagieren nicht einfach, sondern machen sich aktiv ein Bild von der Wirklichkeit. Das Bild dieser Wirklichkeit ist nie die Wirklichkeit selbst.

  • In sozialen Systemen existieren Vorschriften darüber, wie eine Person handeln soll, was sie tun soll und was sie nicht tun darf. Diese Regeln können explizit sein, sind jedoch meist implizit.

  • Erst auf der Basis wechselseitiger Deutungen der Wirklichkeit (in der Kommunikationstheorie Interpunktionen genannt) entstehen Regelkreisläufe der Kommunikation (zit. n. Handbuch Coaching und Beratung, 2005, S. 499).

Entsprechend Ihrem Gedankengut, Ihren Vorstellungen wird die für Sie richtige Methode gewählt. Dies wird in der Auftragsklärung definiert.

Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit mir einen Termin. Ich freue mich auf Sie!

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